GEDOK STUTTGART
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Architektur

Architektin Grit Bauer-Revellio

Das GEDOK-Haus Stuttgart: Der erste Wettbewerb in Stuttgart, vielleicht sogar in der gesamten Republik, der sich nur an Architektinnen wandte. Das erste Haus in Deutschland, das ausschließlich für Künstlerinnen gebaut wurde. Die erste Architektin, die in der Landeshauptstadt ein Haus in Eigenregie baute: Alle diese ›ersten Male‹ vereinigen sich im GEDOK-Haus Stuttgart. Das Atelier- und Wohnhaus mit Ausstellungs- und Veranstaltungssaal im Untergeschoss ist heute Teil eines Ensembles, bestehend aus dem fünfgeschossigen Hauptgebäude am Hang, einem bezaubernden Garten und dem Garten-Atelierhaus mit Tanzsaal von 1958.

Im Jahr 1953 hatte die Wettbewerbs-Jury der GEDOK Stuttgart die junge Architektin Grit Revellio, geb. Bauer (1924–2013) ausgezeichnet und mit dem Bau beauftragt, Anfang 1955 konnten die Künstlerinnen einziehen, 1958 erhielt das Haus den prominenten Paul Bonatz-Architekturpreis. Heute zählt der denkmalgeschützte Bau zu den herausragenden Werken der Nachkriegsmoderne.

Die Architektur erfüllt die Bedingungen eines Mehrsparten-Hauses. Drei Varianten von Ateliers und Atelierwohnungen gibt es, das gleichmäßige Licht an der Nord-/Straßenseite schätzen insbesondere die bildenden Künstlerinnen, die Raumzellen an der Südseite mit ihren Balkonen und dem weiten Blick über die Stadt vereinigen Wohnen und Arbeiten. Städtebaulich klug erschlossen sind Galerie- und Veranstaltungssaal im Untergeschoss. Sachlich-funktional und dennoch heiter und offen – diese Balance zu finden, ist Grit Revellio mit dem GEDOK-Haus gelungen.

Text: Kerstin Renz

Weiterführende Literatur zu Haus und Architektin

  • Kerstin Renz: Raum schaffen für die Kunst – Betrachtungen zum GEDOK-Haus in Stuttgart, in: 50 Jahre GEDOK-Haus Stuttgart, Hrsg. Christiane von Seebach, Rita E. Täuber, Tübingen/Berlin 2005, S. 10–27;
  • dies.: »Ich war der Schnittpunkt«. Kerstin Renz im Interview mit Grit Revellio, ebd., S. 29–32;
  • dies.: »Sind die Pläne durchgesehen?« Grit Bauer-Revellio und das Haus ihres Lebens, in: Frau Architekt. Seit mehr als 100 Jahren: Frauen im Architekturberuf, Hrsg. Mary Pepchinski u. a.,Ausstellungskatalog Deutsches Architekturmuseum Frankfurt am Main 2017, S. 173–177.