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Lara Süß, Chi Him Chik,

Musikperformance: Lara Süß, Chi Him Chik, ›Phobia‹
Donnerstag, 28. Juli, 20 Uhr

Wie zeigt sich die menschliche Seele in ihrer Dunkelheit? Mit welchen Bedrohungen sieht sich der moderne Mensch konfrontiert? Wie klingt die Angst?
Mit der multimedialen Performance ›Phobia‹ gehen der Saxophonist Chi Him Chik und die Sängerin Lara Süß auf die Suche nach ihren eigenen inneren Dämonen. In einem expressiven Dialog aus Bild und Klang wandern sie auf dem schmalen Grat zwischen Kontrolle und Kontrollverlust. Durch die improvisatorischen Fähigkeiten der beiden Musiker*innen bekommt das Unerwartete Raum – die Angst vor dem Unbekannten manifestiert sich in ihrem Spiel. Sie fordern sich nicht nur gegenseitig heraus, sie provozieren auch das Publikum, sich seinen Ängsten und Dämonen zu stellen.

GEDOK-Galerie.

›Ein allen Phobien gemeinsames Element ist der Kontrollverlust, denn die Handlungsebene der Betroffenen gehorcht nicht mehr ihrem Verstand, die Wahrnehmung der Realität entzieht sich ebenso der Ratio wie die Handlungsebene.‹
(aus: Stangl, W. (2019). Stichwort: ‘Phobie’. Online-Lexikon für Psychologie und Pädagogik, https://lexikon.stangl.eu/1084/phobie/ (2019-09-19)).

In der Performance ›Phobia stellen sich Chi Him Chik und Lara Süß ihren inneren Dämonen. Die beiden Performer*innen entwerfen ein Musiktheater, in welchem sie einander herausfordern, sich gegenseitig an ihre Grenzen bringen und darüber hinauswachsen. Sie balancieren auf dem schmalen Grat zwischen Kontrolle und Kontrollverlust, sie provozieren einander, um ihre spielerischen Möglich- und Fähigkeiten zu erweitern und auszureizen. Der Atem schafft die Verbindung zwischen der Stimmkünstlerin und dem Saxophonisten, lässt sie ihre körperliche Endlichkeit erleben und macht sie emotional nahbar. Sie fordern das Publikum auf, sich mit den eigenen Ängsten auseinander zu setzen. Durch herausfordernde Positionen und Bewegungen variieren und manipulieren sie ihren Klang. Sie spielen außerdem mit dem Einfluss der Emotionalität auf den musikalischen Ausdruck, immer auf der Suche nach neuen Klangfacetten und Geräuschqualitäten. Durch die improvisatorischen Fähigkeiten der beiden Musiker*innen bekommt das Unerwartete und Überraschende Raum – die Angst vor dem Fremden, die Angst vor dem Unbekannten manifestiert sich in ihrem Spiel. Es handelt sich um eine multimediale Performance: neben Stimme und Saxophon werden Visualisierungen auf TV-Monitoren, Projektionen, sowie elektronische Klänge zu hören und zu sehen sein.

Biographien:
Lara Süß arbeitet mit unterschiedlichen Kunst- und Ausdrucksformen. Sie ist auf der Suche nach unterschiedlichen Arten der Kommunikation, nach einem Gegenüber, welches sich in Ehrlichkeit übt anstatt etwas vorzuspielen, nach künstlerischer Authentizität. Diese Suche spiegelt sich u.a. in der Arbeit mit der Stimme wider. Die Auslotung der vielfältigen Facetten des Stimmklangs, über den klassischen Gesang bis hin zum Jazz und der freien Improvisation, führt sie auf immer neuen Wegen und eröffnet ihr unzählige Ausdrucksmöglichkeiten. Als Performance-Künstlerin transkribiert sie Musik und Sprache in szenische Bewegung und kreiert dadurch Bilder und Impressionen, die dem Zuschauenden ein breites Assoziations- und Interpretationsspektrum erlauben.

www.stimmspiel.com

Chi Him Chik bewegt sich zwischen Performance, freier Improvisation und Komposition. Sein künstlerisches Schaffen erstreckt sich vom klassischen Saxophon-Spiel über Megaphon und Screaming bis hin zum Programmieren, der Entwicklung audiovisueller Stücke und eigener Musiktheater-Produktionen. Chi Him hat eine klassische musikalische Ausbildung durchlaufen und ist ein leidenschaftlicher Vertreter neuer Musik. Er ist Preisträger mehrerer renommierter Wettbewerbe und hat mehr als zwanzig Werke zeitgenössischer Komponisten unterschiedlicher kultureller Herkunft uraufgeführt.
Inspiriert von der New Yorker Innenstadt und der japanischen Noise Music Szene konzentriert sich Chi Him derzeit darauf, seine eigenen Werke für zeitgenössische Kunstströmungen zu öffnen. Die aktuelle politische Situation seiner Heimat Hongkong betrifft und beschäftigt ihn nicht nur persönlich, sie inspiriert ihn auch zu neuen künstlerischen Projekten.
www.chihimchik.com